01. Was ist der Spiritismus?
Spiritismus sind die von höheren Geistern offenbarten Prinzipien und Gesetze, die Allan Kardec in seinen Grundwerken erfasst hat. Diese Werke bilden die sogenannte „Spiritistische Kodifikation“. Spiritistische Gesetzmäßigkeiten/Grundlagen:

“Der Spiritismus ist eine Wissenschaft, die sowohl die Natur, den Ursprung und das Schicksal der Geister, als auch ihre Beziehungen mit der körperlichen Welt erforscht.” Allan Kardec (“Was ist der Spiritismus”, Vorwort)

“Der Spiritismus verwirklicht, was Jesus über den versprochenen Tröster ankündigte (Johannes 14:15-17,26): Die Kenntnis aller Dinge, damit der Mensch erfährt, woher er kommt, wohin er geht und warum er auf der Erde ist; er zieht einen zu den wahren Prinzipien des göttlichen Gesetzes an und tröstet durch den Glauben und durch die Hoffnung.” Allan Kardec (“Das Evangelium im Lichte des Spiritismus”, Kap. VI, 4)

02. Was ist die Wiedergeburt?
Gott verdammt seine Geschöpfe für zeitweise Fehler nicht zu ewigen Strafen; er bietet ihnen zu jeder Zeit Mittel, fortzuschreiten und das Schlechte, welches sie getan haben, durch ein neues Leben wieder-gutzumachen. Gott verzeiht, aber er verlangt die Reue, die Besserung und die Rückkehr zum Guten. Die Seele bringt bei ihrer Wiedergeburt den Keim der Unvollkommenheiten ihrer früheren Existenzen mit; so dass sie in der gegenwärtigen Existenz die Folgen ihrer begangenen Fehler erleidet, aber die Möglichkeit hat, sich zu verbessern.

03. Was ist Mediumschaft?
Die Eigenschaft der Mediumschaft ermöglicht die Kommunikation zwischen den Geistern und dem Menschen. Sie ist eine Gabe, die vielen Personen in die Wiege gelegt worden ist, ganz unabhängig von der Lehre, Lebensphilosophie oder Religion, die der Einzelne sich zu eigen macht. Eine spiritistische Praxis ist die Mediumschaft nur dann, wenn sie unter den Prinzipien der spiritistischen Lehre und der christlichen Moral ausgeübt wird.

04. Was sind die Geister?
Die Geister sind die intelligenten Wesen der Schöpfung. Sie bilden die geistige Welt, die vor jedem physischen Dasein gewesen ist und alles Materielle überdauern wird. Die Geister werden einfach und unwissend erschaffen. Sie entwickeln sich intellektuell und moralisch, indem sie von einer niederen zu einer höheren Ebene aufsteigen, bis sie die Vollkommenheit erreicht haben, wo sie eine unveränderliche Freude genießen. Die Geister bewahren ihre Individualität vor, während und nach jeder neuen Inkarnation.

05. Was sagt der Spiritismus über Jesus?
Jesus ist der Weg und das Vorbild für die ganze Menschheit. Und die Lehre, die er ausgeübt und uns gelehrt hat, ist der reinste Ausdruck des göttlichen Gesetzes. Die Moral Christi, im Evangelium enthalten, ist der Leitfaden zu der sicheren Entwicklung aller Menschen. Die Praxis der christlichen Moral ist zugleich die Lösung für alle menschlichen Probleme und das zu erreichende Ziel der Menschheit.

06. Wo leben die nicht-inkarnierten Geister und was machen sie?
Außer der körperlichen Welt, welche der Lebensraum der inkarnierten (einverleibten) Geister (Menschen) ist, gibt es die geistige Welt, die der Lebensraum der desinkarnierten (nicht einverleibten) Geister darstellt. Sie leben, arbeiten und entwickeln sich, parallel zur inkarnierten Welt.

07. Glaubt der Spiritismus in seinen Prinzipien an Gott?
Gott ist die höchste Intelligenz und der Ursprung von allem. Er ist ewig, unveränderlich, immateriell, einzig, allmächtig, souverän, gerecht und gut. Das Universum ist Schöpfung Gottes. Es umfasst alle denkenden und nicht denkenden, beseelten und nicht beseelten, materiellen und immateriellen Wesen. Alle Naturgesetze sind von Gott geschaffen worden. Sie umfassen sowohl die physischen als auch die moralischen Gesetze.

08. Glaubt der Spiritismus in seinen Prinzipien an Leben in anderen Welten?
Im Universum gibt es andere bewohnte Welten, in denen verschiedene Wesen in verschiedenen Entwicklungsebenen(-stadien) existieren. Sie sind gleich, mehr oder weniger entwickelt als der Mensch.

09. Wissen die Geister alles?
Geister sind die Seelen der Menschen, welche bereits ihren materiellen Körper verlassen haben. Genau wie in der inkarnierten Welt auch hängt das Wissen, das sie haben, von ihrer moralischen und intellektuellen Entwicklung ab. Der körperliche Tod ist nur ein Übergang in das spirituelle Leben, er bringt denen, die sie nicht schon haben, weder moralische Werte noch Intelligenz.

10. Kann der Geist in einem Tier wiedergeboren werden?
Die Geister entwickeln sich immer. In ihren vielfältigen körperlichen Existenzen können sie stagnieren. Sie entwickeln sich aber nie zurück. Die Schnelligkeit ihrer intellektuellen und moralischen Fortschritte ist abhängig von den Bemühungen, die sie machen, um die Vollkommenheit zu erlangen.

11. Sind alle Geister gleich?
Nein, die Geister können verschiedenen Klassen zugeordnet werden, je nach der Vollkommenheits-ebene, die sie erreichen konnten: reine Geister, die schon die höchste Vollkommenheitsebene erreichten; gute Geister, bei denen der Wunsch nach dem Guten überwiegt; unvollkommene Geister, die sich durch die Unwissenheit, den Wunsch nach dem Bösen und die niederen Leidenschaften auszeichnen.

12. Kann man nur über den Spiritismus Kontakt zu Geistern erlangen?
Nein, die Beziehungen zwischen den Geistern und den Menschen sind permanent und existierten schon immer. Die guten Geister beeinflussen uns zum Guten, geben uns die Unterstützung in den Prüfungen des Lebens und helfen uns, diese Prüfungen mit Mut und Ergebung zu verkraften. Die unvollkommenen Geister treiben uns zum Fehltritt an.

13. Was ist das Gesetz von Aktion und Reaktion?
Der Mensch besitzt den freien Willen zu agieren, trägt aber die Folgen seiner Taten. Das künftige Leben bringt dem Menschen die Konsequenzen seiner vergangenen Handlungen, entsprechend seinem Verhalten den Göttlichen Gesetzen gegenüber. Er erntet immer was er gesät hat, das Gute wie das Schlechte.

14. Was ist ein Gebet laut dem Spiritismus?
Das Gebet ist eine Tat der Gottesanbetung, die zu den Naturgesetzen gehört und die einem angeborenen Gefühl des Menschen entspricht sowie der angeborenen Idee von der Existenz des Schöpfers. Das Gebet macht den Menschen besser. Derjenige, der mit Inbrunst und Vertrauen betet, macht sich selbst widerstandsfähiger gegen die Versuchung des Bösen, und Gott sendet ihm gute Geister, um ihm zu helfen. Das ist eine Hilfe, die ihm nie verweigert wird, wenn er mit Aufrichtigkeit darum betet.

15. Muss man in den spiritistischen Einrichtungen bezahlen?
Nein, alle spiritistische Praxis ist kostenlos, wie im folgenden Prinzip des Evangeliums dargelegt ist: „Umsonst habt ihr’s empfangen, umsonst gebt es auch“. (Matthäus 10:8)

16. Offenbart der Spiritismus etwas Neues?
Er offenbart neue und tiefere Konzepte in Bezug auf Gott, auf das Universum, auf den Menschen, auf Geister und auf die Gesetze, die das Leben regeln. Er offenbart außerdem, was wir sind, woher wir kamen, wohin wir gehen werden, was das Ziel unserer irdischen Existenz ist und welchen Sinn Schmerzen und Leiden haben.

17. Hat der Spiritismus Rituale oder Priester?
Die spiritistische Praxis wird mit Einfachheit und ohne Rituale ausgeführt, gemäß dem christlichen Prinzip, dass Gott im Geist und in der Wahrheit angebetet werden soll. (Johannes 4:23) Der Spiritismus hat keine Priester oder priesterliche Zuordnung und verwendet in seinen Sitzungen und in seiner Praxis keine Altäre, keine Bilder, keine Traggerüste, keine Kerzen, keine Prozessionen, keine Sakramente, keine Vergebung der Sünden, keine Paramente, keine alkoholischen oder berauschenden Getränke, keinen Weihrauch, keinen Tabak, keine Talismane, keine Amulette, keine Horoskope, kein Kartenlegen, keine Pyramiden, keine Kristalle, keine Rituale oder Formen externer Kulte.

18. Missioniert der Spiritismus? Gibt es Aktionen, um Menschen zum Spiritismus zu bekehren?
Nein, der Spiritismus bürdet seine Prinzipien den Interessenten nicht auf. Er lädt sie ein, seine ganze Lehre durch eigene Vernunft zu überprüfen, bevor sie diese akzeptieren.

19. Wie positioniert sich der Spiritismus in Bezug auf andere Religionen?
Der Spiritismus respektiert alle Religionen und Lehren, unterstützt alle Bemühungen für die Praxis des Guten, arbeitet für die Verbrüderung und für den Frieden zwischen allen Völkern und Menschen, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Staatsangehörigkeit, Glaube oder Gesellschaftsform. Er erkennt, dass „der wahre Ehrenmensch derjenige ist, der in der höchsten Reinheit dem Gesetz der Gerechtigkeit, der Liebe und der Nächstenliebe folgt“.